RePack Joy 2025 – Unsere Reise nach Mindoro

Nov. 21, 2025Blog, RepackJoy20251 comment

Kategorie:Blog | RepackJoy2025

Dieses Jahr reiste ich mit meiner Mutter nach Mindoro, um die Familie im Fischerdorf zu besuchen und die gesammelten Spenden persönlich zu übergeben. Es war schön, jemanden dabeizuhaben, der die Eindrücke nicht nur von meinen Erzählungen kennt, sondern selbst sieht, wie die Menschen leben und was unsere Unterstützung bewirkt.

Nach 10–12 Stunden Bus- und Fährfahrt erreichten wir Sablayan. Für meine Mutter hatte ich ein kleines Hotel gebucht – einen Ort, an dem ich im letzten Jahr jeweils arbeitete, wenn ich gutes WLAN brauchte. Von dort aus spazierten wir am nächsten Morgen über die schmale Hängebrücke ins Fischerdorf. Dieser Weg löst jedes Mal etwas in mir aus. Erinnerungen. Verbundenheit. Und das Gefühl, am richtigen Ort zu sein.

Einige Kinder erkannten mich sofort wieder und riefen lachend „Ate Selina!“. Als wir beim Haus der Familie ankamen, wartete bereits ein einfaches, liebevoll zubereitetes Essen auf uns. Für meine Mutter war der erste Moment ein kleiner Kulturschock – die sehr einfachen Verhältnisse, der Geruch des Dorfes. Dinge, die ich inzwischen kaum noch wahrnehme. Kurze Zeit später standen wir schon bei der Nachbarin Alma vor den gepackten RePack-Joy-Boxen und besprachen, wie wir die nächsten Tage organisieren. Da wir nur begrenzt Zeit hatten, mussten wir klar priorisieren. Dieses Mal hatten wir rund 6–8 Boxen allein fürs Fischerdorf – deutlich mehr als im letzten Jahr. Und schon beim Öffnen merkten wir: Die Leute waren überwältigt von der Menge an neuen Dingen. Wir arbeiteten uns Tag für Tag durch verschiedene Altersgruppen, damit jede*r etwas Passendes erhält. Alma und ihre Familie halfen tatkräftig beim Auspacken und Sortieren und Organisieren – eine Aufgabe, die sie in dieser Form nicht kennen und die für sie oft herausfordernd war. Für uns war es manchmal schwer nachzuvollziehen, doch es wurde schnell klar: Sie wollen helfen, und sie lernen mit jedem Schritt dazu. 

Mein tägliches Highlight blieb der Moment am Strand gegen 17:30 Uhr: Sonnenuntergang, spielende Kinder, Gespräche, Lachen. Das Erleben dieser einfachen Momente erdet mich jedes Mal neu.

Ein Treffen mit dem Stadtpräsidenten

Alma schlug vor, den Mayor von Sablayan um Hilfe bei der Verteilung der Spenden an die verschiedenen Schulen zu bitten. Die Familie besitzt zwar einen Roller, aber kein Auto – und niemand hat einen Führerschein. Der Mayor empfing uns herzlich, lud uns zum Frühstück ein und stellte uns ein kleines Lieferfahrzeug samt Fahrer zur Verfügung. So konnten wir alle Schulen – und sogar das indigene Dorf – an einem Tag besuchen. Die jeweiligen Blogbeiträge zeigen die Eindrücke dieser Orte. 

Meine Mutter und ich können aus tiefster Überzeugung sagen: All eure Spenden sind dort angekommen, wo sie gebraucht werden. Dieser Tag war intensiv. Voller Emotionen, Gespräche und Gedanken darüber, was wir in Zukunft besser machen können. Alma überlegte ständig mit – denn solche vollgepackten Tage kennen sie nicht. Viele Denkprozesse, die für uns selbstverständlich sind, existieren dort schlicht nicht. Für uns war es wichtig, gemeinsam einen Weg zu finden, der für beide Seiten funktioniert.

Unsere Ziele bleiben klar

Strahlende Kinderaugen sind meine grösste Motivation, weiterzumachen – strukturiert, grösser gedacht, langfristiger.

Wir können nicht allen helfen. Diesen Satz musste ich oft sagen. Durch die Kommunikation des Stadtrats und der Lehrpersonen haben uns weitere Schulen kontaktiert. Auch im Dorf wurden wir angesprochen, warum manche nichts erhalten hätten. Die Wahrheit ist: Wir geben unser Bestes, aber wir müssen Prioritäten setzen.

RePack Joy richtet sich weiterhin in erster Linie an Schulkinder und Familien in Not – besonders aus indigenen Stämmen, die deutlich weniger Chancen haben. Man erkennt sie sofort: weisse T-Shirts statt Schuluniform, abgetragene Schuhe, wenn überhaupt.

Künftig möchten wir:

– mehr Lebensmittel für indigene Dörfer bringen (Reis, Früchte, Gemüse)

– Studierende unterstützen, die motiviert sind, ihren eigenen Weg zu gehen

– zielgerichtet Spenden senden, die wirklich gebraucht werden

Die Fragen aller Fragen: Reist du nächstes Jahr wieder in die Philippinen?

Sehr gerne – aber versprechen kann ich es nicht. Das Leben verändert sich. Arbeit, Kosten, persönliche Projekte – vieles kann dazwischenkommen. Was ich aber sicher weiss: RePack Joy geht weiter.
Ich bleibe mit allen Schulen in Kontakt, frage Bedürfnisse ab und plane, 2026 einen ersten Pilotversand zu testen – eine Box ins Fischerdorf, weitere zu bestimmten Schulen. Dann sehen wir, wie Organisation und Dokumentation funktionieren.

Bald folgt die nächste Sammelaktion. Im Fokus: Schulrucksäcke, Taschen und Schulmaterial sowie Werkzeug für die Fischer. Informationen folgen sehr zeitnah.

Danke

Danke an alle Herzensmenschen, die RePack Joy möglich machen. Was für uns oft nur „Dinge“ sind, sind dort wertvolle Alltagshelfer:
Tupperware für Essen auf dem Fischerboot, Bauchtaschen für die Arbeit, Schals als Sarong oder Tischdecke, Stofftiere, die Kinder strahlen lassen.

Es geht nicht darum, wie viel wir besitzen. Auch nicht darum, wie wenig sie besitzen. Es geht ums Teilen. 

Ich wünschte, ihr könntet  vor Ort miterleben , was eure Spenden auslösen.

Salamat Po!