Culasisi Elementary School

Nov. 6, 2025Blog0 comments

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Etwa 45 Autominuten von Sablayan entfernt, liegt Culasisi – ein kleiner Ort, eingebettet zwischen Reisfeldern und Hügeln. Hier besuchen viele Mangyan-Kinder, Angehörige eines indigenen Stammes, die öffentliche Schule. Ihre Eltern sind meist einfache Bauern, die vom Ertrag ihrer Felder leben. Die Armut ist sichtbar – in abgetragenen Schuhen, in dreckigen Kleidern, aber auch in den Augen, die trotzdem neugierig blicken.

Die Schule selbst ist schlicht, aber lebendig: rund 300 Kinder lernen in nur acht Klassenzimmern. Platz ist knapp, Schulmaterial rar. Was sich die Kinder am meisten wünschen? Mehr Klassenzimmer, Schuluniformen – und Rucksäcke, um ihre Hefte und Stifte zu tragen. Schuhe.

Unser Besuch in Culasisi

Als wir ankamen, standen einige Kinder schon draussen – brav, ein bisschen nervös, mit gespannter Erwartung. Wir hatten für die Kinder zwischen 7 und 9 Jahren kleine Turnrucksäcke gepackt: gefüllt mit Etuis, Heften, Kleidern und Stofftieren.

Einige Rucksäcke waren etwas ganz Besonderes – sie stammten aus unserem Schulprojekt in Widnau (Schweiz): „Von Kindern für Kinder“. Dort haben Schülerinnen und Schüler die Rucksäcke liebevoll bemalt und mit persönlichen Botschaften verziert. Zu wissen, dass Kinder in der Schweiz für Kinder auf den Philippinen gemalt, gepackt und geteilt haben, machte diesen Moment in Culasisi noch berührender. Ein echtes Stück Verbindung über Kontinente hinweg.

Die Reaktionen waren zurückhaltend, fast schüchtern. Und das ist völlig verständlich. Oft werde ich gefragt, warum die Kinder sich nicht laut freuen, nicht jubeln. Aber es ist wie früher, als wir als Kinder zum Samichlaus mussten / durften – nervös, ein bisschen ängstlich, und erst später, im sicheren Moment, kam die Freude. Genauso ist es hier. Die Kinder verstehen, dass etwas Besonderes passiert – und ihre Freude ist leise, aber echt.

Eine besondere Begegnung

Während wir die Geschenke verteilten, kam plötzlich eine indigene Frau mit ihren Kindern auf uns zu. Sie trat zögerlich an meine Mutter heran – in der Hoffnung, auch etwas zu bekommen. Ihre Armut war sichtbar, ihre Kleidung schmutzig, die Kinder barfuss – von Armut gekennzeichnet. Meine Mutter war sichtlich bewegt. Ohne zu zögern gab sie der Frau einen Rucksack voller Kleider, Stofftiere und Schreibzeug.

Warum Culasisi uns am Herzen liegt

In Culasisi spürt man, wie viel noch fehlt – und gleichzeitig, wie viel möglich ist. Unterstützung erhalten Schulen hier meist nur (wenn überhaupt) von der Regierung oder von amerikanischen NGOs, die in der Region aktiv sind. Dass wir als kleine, unabhängige Organisation aus dem Ausland helfen, ist etwas Besonderes – und für viele hier neu.

Wir möchten Culasisi Elementary School auch künftig unterstützen – mit Rucksäcken, Schulmaterial, vielleicht sogar mit Hilfe beim Ausbau der Klassenzimmer. Denn jedes Kind, egal wo es geboren wird, verdient die Chance, zu lernen, zu träumen und zu wachsen. 🌱