Besuch im Mangyan Village in Pag-Asa
Etwa sieben bis acht Minuten zu Fuss von der Hauptstrasse entfernt, versteckt hinter dichtem Grün, liegt ein kleines Mangyan-Dorf in Pag-Asa. Wer vorbeifährt, bemerkt es kaum. Und doch leben hier Familien, deren Alltag von Armut geprägt ist.
Eine Begegnung, die geblieben ist
Vor drei Jahren bin ich zufällig hier gelandet. Ich war allein unterwegs, wollte einen indigenen Stamm kennenlernen, stieg aus dem Bus und folgte einem schmalen Pfad – bis ich dann vor einfachen Hütten aus Bambus, Holz und Strohstand. Damals waren die Menschen misstrauisch, fast ängstlich. Sie hielten mich wohl für eine Journalistin. Erst nach langen Erklärungen im Sand legte sich die Spannung – und am Ende spielte ich mit den Kindern. Ein Jahr später kam ich mit Rheinzel, Almas Tochter, zurück – mit Kleidung im Gepäck. Und auch diesmal wollten wir wieder vorbeischauen.
Ein Dorf im Wandel
Seit unserem letzten Besuch hat sich etwas verändert: Ein Stromkabel führt ins Dorf, und eine Überbauung gibts neu an der Hauptstrasse, so dass die Strasse nicht mehr überschwemmt wird. Ausserdem ist ein grösseres Gebäude im Bau – vielleicht eine Schule? Noch ist unklar, wofür der Strom gedacht ist, aber es zeigt, dass sich langsam etwas bewegt. Alma erklärte den Bewohnern, wer wir sind und weshalb wir da sind. Die Stimmung war freundlich, neugierig – und vorsichtig offen.
Was wir mitgebracht haben
Nach und nach kamen immer mehr Menschen aus den Hütten. Viele Kinder trugen löcherige oder zu grosse T-Shirts, manche gar nichts. Ihre Gesichter erzählten von Hunger und Mangel. Einige wirkten körperlich zurückgeblieben – zu wenig Nahrung, zu wenig Nährstoffe. Überall junge Mütter mit Babys, Männer mit Macheten, Frauen mit wachen, ernsten Blicken.
Dieses Mal brachten wir Kinder- und Frauenkleider, Stofftiere und Reis mit. Auf der Fahrt hatten wir 21 kleine Säcke à 1 kg Reis abgepackt – bescheiden, aber wertvoll. Meine Mutter hielt jedem Kind ein Kleidungsstück an, prüfte die Grösse und übergab es. Die Kinder waren still, überfordert, aber dankbar. Auch die Frauen freuten sich über die Kleider. Einige Kinder und Frauen zogen die Kleidung direkt an. Man spürte, wie wenig sie haben – und wie viel eine kleine Geste bedeuten kann. Als wir den Reis verteilten, spürten wir die Dankbarkeit.
Beim nächsten Mal wollen wir mehr bringen: mehr Reis, vielleicht auch Obst für die Kinder. Denn manchmal beginnt Veränderung mit etwas Einfachem – aber für sie eine Woche essen..